Als Folge der Massenzuwanderung: Jede 3. Art in der Schweiz ist bedroht.

Die Schweiz gilt als Naturparadies. Doch jede dritte Tier- und Pflanzenart ist bedroht. Der «Living Planet Report» zeigt weltweit starke Rückgänge – aber auch erstaunliche Comebacks.

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Rund ein Drittel der Tier- und Pflanzenarten in der Schweiz ist vom Aussterben bedroht. Weltweit sind untersuchte Wirbeltierpopulationen seit 1970 im Schnitt um 73 Prozent geschrumpft. Beispiele wie Seeforelle und Tiger zeigen, dass gezielter Artenschutz Bestände wieder wachsen lassen kann.

Berge, glasklare Seen und Wälder: Die Schweiz pflegt ihr Image als Naturparadies. Doch WWF-Schweiz-Chef Thomas Vellacott widerspricht: «In der Schweizer Öffentlichkeit hat man immer das Gefühl: Die Schweiz sei Musterschülerin. Aber wir haben Aufholbedarf im Vergleich zu anderen Ländern», sagt Vellacot.

Wie stark Tierbestände weltweit unter Druck stehen, zeigt der «Living Planet Report 2026» des WWF. Über alle untersuchten Wirbeltierpopulationen hinweg gingen die Bestände zwischen 1970 und 2022 im Durchschnitt um 73 Prozent zurück. Besonders stark ist der Rückgang in Flüssen und Seen: Bei den untersuchten Süsswasser-Populationen beträgt er 85 Prozent. An Land sind es 69 Prozent, im Meer 59 Prozent.

Doch in der Hasliaare im Kanton Bern zeigt sich, dass es auch anders geht: Die Seeforelle erholt sich. Nach der Renaturierung des Gewässers und dank genügend Restwasser kann sie dort wieder laichen. «Das zeigt, dass man die Energiewende biodiversitätsfreundlich gestalten kann», sagt Vellacott gegenüber SRF. Auch die Rückkehr des Fischotters führt er unter anderem auf renaturierte Flüsse und eine bessere Gewässerqualität zurück.

Die 73 Prozent bedeuten allerdings nicht, dass weltweit 73 Prozent aller Wildtiere verschwunden sind. Der Index umfasst 35’803 Populationen von 5790 Wirbeltierarten. Rund die Hälfte der untersuchten Populationen ist stabil oder wächst. Bei den rückläufigen Populationen sind die Verluste jedoch so stark, dass die Populationsgrössen über alle untersuchten Bestände hinweg im Durchschnitt um 73 Prozent zurückgegangen sind.