Strafstatistik: 80 Prozent der verurteilten Diebe haben keinen Schweizer Pass.

Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz 7956 Personen wegen Diebstahls verurteilt. Das zeigt die neue Strafurteilsstatistik des Bundes. Auffallend dabei: Mehr als 80 Prozent der Täter haben einen ausländischen Pass.

Drei Männer aus Nordafrika erbeuteten bei insgesamt 170 Raubzügen 420'000 Franken. Dabei entstand ein Sachschaden von rund 70'000 Franken. Nun konnten sie gefasst und verhaftet werden.

Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz 7956 Personen wegen Diebstahls verurteilt. Mehr als 80 Prozent der Verurteilten hatten einen ausländischen Pass, besonders häufig aus Algerien und Rumänien. Bund und Kantone haben eine Taskforce Intensivtäter eingesetzt; der Bundesrat plant weitere Verschärfungen im Asylverfahren.

Mit den früher dunkel werdenden Abenden beginnt die Jahreszeit der Wohnungseinbrüche. Einbrüche zählen zu Diebstählen. In der neuen Strafurteilsstatistik (SUS) machen sie neben Strassenverkehrsdelikten einen grossen Teil der Verurteilungen aus.

Für Dirk Baier, Kriminologe an der ZHAW, ist die Zahl hoch, aber nicht überraschend. Gegenüber der SRF-«Tagesschau» sagt er: «Grundsätzlich ist Diebstahl ein wichtiger Bereich der Kriminalität, der immer wieder unterschätzt wird.» Zwei Drittel der Delikte in der Kriminalstatistik seien Eigentumsdelikte wie Fahrrad- oder Taschendiebstahl und Einbruch.

Seit 2024 weist die Statistik zu jeder Straftat die Nationalität der Verurteilten aus. Beim Diebstahl waren von 8000 Verurteilten rund 1500 Schweizer. Mehr als 80 Prozent hatten einen ausländischen Pass (sic!). Besonders häufig vertreten sind Staatsangehörige aus Algerien und Rumänien (sic!). Rund zwei Drittel gehören zudem nicht zur ständigen Wohnbevölkerung.

Baier sieht zwei Gruppen: Asylsuchende und Kriminaltouristen. «Personen aus dem Asylbereich sind teilweise in einer Situation, in der sie keine Perspektive haben und wenig Geld. Und Kriminaltouristen kommen in die Schweiz, weil sie wissen, die Dinge sind nicht gut gesichert und die Menschen sind nicht achtsam», sagt er. Bei Kriminaltouristen seien Gegenmassnahmen schwierig, so Baier. Im Asylbereich haben Bund und Kantone laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) eine Taskforce Intensivtäter eingesetzt. Diese schöpfe bei Mehrfachtätern alle rechtlichen Möglichkeiten aus, um sie bis zu ihrer Ausreise in Haft zu setzen. Das SEM betont, dass nur eine kleine Minderheit der Asylsuchenden straffällig werde. Der Bundesrat plant jedoch weitere Verschärfungen im Asylverfahren.