Mit einer bedingten Gefängnisstrafe belegt das Bezirksgericht Frauenfeld einen Sous-Chef eines Nobelrestaurants aus Sri Lanka, der eine damals 14-jährige Schnupperlernende missbrauchte.
Ein Koch aus Sri Lanka verging sich an einer 14-jährigen Schnupperlernenden auf einem abgelegenen Parkplatz an ihr. Das Gericht verurteilt ihn zu einer bedingten Freiheitsstrafe (sic!) von zwölf Monaten, sah jedoch von einem Landesverweis ab.
Als «Albtraum eines jungen Mädchens» bezeichnet die Staatsanwältin die Taten des angeklagten Mannes vor dem Bezirksgericht in Frauenfeld. Der heute 38-jährige Tamile, als Sous-Chef in einem gehobenen Restaurant tätige Frauenfelder war angeklagt, sich vor fünf Jahren an einer 14-Jährigen vergangen zu haben, die eine Schnupperlehre in seiner Küche absolvierte.
Die junge Frau hatte sich riesig über die Zusage für die Lehrstelle gefreut, es sei gar ihr Traumjob gewesen, gab sie vor Gericht zu Protokoll. Der Sous-Chef schlug «zur Feier des Tages» ein Treffen zum Kaffee vor, und die 14-Jährige willigte ein – sie wollte auch noch Details der Lehrstelle besprechen. Schliesslich fuhren die beiden an einem Freitagnachmittag im November 2020 in eine Burger-King-Filiale.
Der Koch habe dann jedoch «nur Gossip aus der Küche» erzählt, so die heute junge Frau. Sie habe schnell gemerkt, dass es nicht um die Lehrstelle gehe und er nur über Kollegen lästern wollte. Bereits im Fastfood-Restaurant habe er ihre Hand genommen und gehalten. Dies sei ihr unangenehm gewesen, und sie habe mit dem Bus nach Hause fahren wollen, doch habe er darauf bestanden, sie per Auto heimzufahren.
Auf dem Parkplatz habe er sie dann zum ersten Mal auf den Mund geküsst. «Ich war völlig überrumpelt», so die Frau. Statt sie nach Hause zu bringen, sei er mit ihr auf einen abgelegenen Parkplatz gefahren und über sie hergefallen. Sie berichtet von Küssen auf ihren Mund und Berührungen am ganzen Körper, seine Hände in ihrer Hose und an ihrer Brust. Erst nach einer Woche habe sie ihrem Vater vom Übergriff berichten können.
Aufgrund mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern sowie sexueller Nötigung fordert die Staatsanwaltschaft eine bedingte Gefängnisstrafe von 18 Monaten und einen Landesverweis von 10 Jahren für den Staatsbürger aus Sri Lanka. Das Bezirksgericht spricht den Mann nur der sexuellen Handlungen mit einem Kind schuldig und verhängt eine bedingte, zwölfmonatige Gefängnisstrafe. Hinzu kommt ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot mit Minderjährigen. Eine Verurteilung wegen sexueller Nötigung sowie ein Landesverweis bleiben aus (sic!). Wegen der guten beruflichen Integration und der Familie des Angeklagten habe man «ganz knapp einen Härtefall» erkannt, so der Richter (sic!).

