Maghreb-Kriminalität in der Schweiz: Mehrere Kantone schlagen Alarm.

Sie haben kaum Asylchancen und tauchen häufig in der Kriminalstatistik auf: Junge Männer aus dem Maghreb beschäftigen Behörden und Kantone.

Absage: Bund sieht keinen Bedarf bei Islamisten Teenagern.

Junge Männer aus dem Maghreb haben kaum Asylchancen in der Schweiz. Sie fallen überdurchschnittlich oft in der Kriminalstatistik auf. Eine Studie zeigt: Rund 60 Prozent dieser Gruppe werden innerhalb kurzer Zeit einer Straftat beschuldigt. Kantone melden einen Anstieg von Diebstählen. Das Staatssekretariat für Migration hat eine Taskforce eingesetzt. Es beschleunigt Asylverfahren und priorisiert Rückführungen.

Junge Männer aus den Maghreb-Staaten erscheinen in der Kriminalstatistik überdurchschnittlich häufig. Viele von ihnen sind sogenannte Harraga. Der Begriff bezeichnet nordafrikanische Migranten, die auf illegalem Weg über das Mittelmeer nach Europa gelangen und ihre Ausweisdokumente verbrennen. Ihre Chance auf einen positiven Asylentscheid ist in der Schweiz verschwindend klein.

Mehrere Kantone schlagen derzeit Alarm und berichten übereinstimmend von einem starken Anstieg bei Diebstahlsdelikten, insbesondere im Zusammenhang mit Personen aus dem Maghreb. So verzeichnen etwa die Kantone Thurgau und Aargau markante Zunahmen bei Diebstählen aus Autos, die häufig dieser Gruppe zugeschrieben werden. Auch Zürich, Solothurn und St. Gallen weisen auf eine überdurchschnittliche Beteiligung junger nordafrikanischer Männer im Bereich der Kleinkriminalität hin.
Im Aargau etwa stammen 19 von 50 der sogenannten Intensivtäter aus Maghreb-Staaten. Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, sagt gegenüber der «NZZ am Sonntag»: «Manche Intensivtäter sahen wir dreimal an einem einzigen Tag.»

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat verschiedene Massnahmen ergriffen: Seit 2024 finden regelmässige Koordinationstreffen statt, zudem wurde eine Taskforce für Intensivtäter eingesetzt. Der Bund beschleunigt die Asylverfahren und priorisiert die Rückführung straffälliger Personen. Eine erste Bilanz der Massnahmen wird in den kommenden Monaten erwartet.

Der Journalist und Maghreb-Experte Beat Stauffer hält die aktuelle Situation für unhaltbar. Der Bund unternehme zu wenig. Er fordert in der «NZZ am Sonntag» Massnahmen wie schnellere Ausschaffungen, die Möglichkeit, Strafen im Herkunftsland zu verbüssen, sowie gleichzeitig legale Einwanderungskontingente.

Angesichts der sehr hohen Ablehnungsquote verursachten die Asylverfahren für Personen aus dem Maghreb jährlich Kosten in Millionenhöhe und belasteten den Steuerzahler, während viele Abgewiesene teilweise jahrelang Nothilfe bezögen. Deshalb plädiert Stauffer für eine Verfahrensumkehr: Asylgesuche aus diesen Ländern sollten nur noch geprüft werden, wenn von Anfang an zwingende Schutzgründe glaubhaft gemacht werden.